Hinweise zum Atomkriegsrisiko     Atomkrieg: aus Versehen?

                     

 

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Wesentliche Ziele dieser Seiten:

·         Bereitstellung von Hinweisen zum Atomkriegsrisiko, insb. Atomkrieg aus Versehen

·         Unterstützung von Bestrebungen, die zu einer Reduzierung des Atomkriegsrisikos führen können.

 

Es kann vielfältige Maßnahmen zur Reduzierung des Atomkriegsrisikos geben, wie z.B.:

·         neue Abrüstungsvereinbarungen, die über den bisherigen INF-Vertrag hinausgehen,

·         weitere vertrauensbildende Maßnahmen (z.B. Verbesserung der Kontrollen im militärischen Bereich),

·         Deeskalation – breite Koalition der Vernunft,

·         Verbesserungen der Völkerverständigung

 

Niemand will einen Atomkrieg, doch aus Versehen kann er ausbrechen

I. Mit den neuen Gefechtsfeldern Weltall sowie Cyber- und Informationsraum wird die Komplexität künftiger kriegerischer Konflikte größer. Offene und verdeckte Operationen können vermischt werden (hybride Kriegsführung). Eine Kriegsführung lässt sich deshalb vermutlich nicht mehr leicht auf einen rein konventionellen Krieg reduzieren. Damit besitzt jede kriegerische Auseinandersetzung das Potenzial ein Atomkrieg zu werden.

II. Aus den geostrategischen Konzepten des Kalten Krieges wurde während der Zeit des Cold War gefolgert, dass man einen Atomkrieg infolge der Erhöhung der nuklearen Zerstörung niemals führen würde und dass man Bedrohungen aufbaut, die niemand kriegerisch einsetzen würde. Die Aussicht auf gegenseitige Vernichtung betrachtete man als atomkriegsverhindernd.

III. Der beschriebenen Atomkriegsverhinderung folgten nach dem Ende der bipolar gespaltenen Welt eine Phase der Reduktion von Atomwaffen und von zunehmendem Rückgang des öffentlichen Interesses an einem Atomkriegsrisiko.

IV. Seit einigen Jahren tauchte dieses Risiko nicht nur wieder auf, sondern wurde zu einer nuklearstrategischen Bedrohung des Globus, wie sie in der bisherigen Geschichte noch zu keiner Zeit bestand. Denn teils entfielen nach und nach alle relevanten internationalen Rüstungsbeschränkungen, teils traten neue Atomwaffenstaaten auf wie Indien, Pakistan und Nordkorea. Für all diese Akteure gibt es trotz der UNO keine bindende Konfliktregelung.

V. Zwischen verfeindeten Staaten gibt es drei mit ihrer Waffentechnik verbundene Risiken: Unfälle, irreführende Information und maschinenbestimmten Gewalteinsatz. Unfälle mit Atomwaffen gibt es, seit diese existieren. Bisher war ihr Schaden begrenzt. Es existiert jedoch keine Regel für weiterhin garantierte relative Harmlosigkeit.

Irreführende Informationen waren Teil des Krieges, solange es Krieg gibt. Hannibal hat zum Beispiel in der römischen Antike absichtlich die Römer zum Schein Teile seines Heeres besiegen lassen, um ihnen das trügerische Gefühl eines Sieges zu geben. Wenn in voratomarer Zeit Krieg Desinformation stets einschloss, so könnte Desinformation in einem geostrategischen Kontext nicht siegesbeschleunigend wirken, sondern Atomkriege auslösen, die niemand mehr gewinnen kann. Denn teils können militärische Feinde, teils aber auch fremde Hackergruppen sich in die elektronischen Bahnen der Desinformationen einschleusen.

Desinformationen sind Lügen, die im Fall ihres Erfolges dem anderen als Tatsachen erscheinen und unvorhersehbare Reaktionen einschließlich später erfolgender Irrtumskorrekturen zur Folge haben. Traditionelle militärische Desinformation sollten Siege beschleunigen. Militärische Desinformationen in atomaren Konstellationen können dagegen atomares Feuer auslösen.

VI. Eine noch größere Gefahr als Unfälle mit Atomwaffen oder als atomare Reaktionen auf Desinformationen bilden jene Gefahren, die von einem maschinenbestimmten atomarem Gewalteinsatz ausgehen.

VII. Wenn keine noch so abgesicherte Technik zwischen Fake und Realität von Signalen unterscheiden kann und wenn die Vorwarnzeiten so sehr schrumpfen, dass wir passive Zeugen eines Verhängnisses werden und wenn vom Atomwaffengebrauch ein maschinenenbestimmter Einsatz nicht mehr subtrahierbar ist, dann lautet der Weisheit letzter Schluss: Unter keinen denkbaren Umständen mehr atomare Waffen produzieren, aufstellen und Strategien für ihren Einsatz planen!

 

 

Anmerkungen zu Inhalten:

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Über diese Links soll keine umfassende oder vollständige Liste von Literaturhinweisen geliefert werden. Stattdessen werden relevante Informationen zum Kontext „Atomkrieg aus Versehen“ bereitgestellt. Dabei werden Veröffentlichungen der bei „über uns“ genannten Personen, bzw. Organisationen verwendet, eventuell ergänzt um wenige besonders wichtige sonstige Literaturhinweise.

 

 

Hinweise zum Atomkriegsrisiko von anderen:

Warnungen des ehemaligen Generals Kujat: https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Ex-General-warnt-vor-Atomkrieg-aus-Versehen

Warnungen von ehemaligen amerikanischen Ministern: https://www.wsj.com/articles/the-threat-of-nuclear-war-is-still-with-us-11554936842?mod=hp_opin_pos3&utm_source=AM+Nukes+Roundup&utm_campaign=995a1a48f4-EMAIL_CAMPAIGN_2018_07_25_12_19_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_547ee518ec-995a1a48f4-391847273

 

Zwei Zitate aus der Presse:

 

Die Zeit, 15.2.2018, Seite 15-17:

„Mit dem Ende des Kalten Krieges schwand auch die Angst vor einem Atomkrieg. Doch jetzt ist die Angst zurückgekehrt. Das Schlimme ist: Sie ist berechtigt. … Die Raketenkrise ist da. Nur wird sie in der Öffentlichkeit noch nicht wahrgenommen.“

 

Süddeutsche Zeitung, 12.6.2018, Seite 11:

„… Und doch gibt es heute keinen öffentlichen Aufschrei mehr, wenig Empörung, keine Massendemonstrationen. William Perry ist einer derjenigen, die eine Erklärung für diese Gleichgültigkeit suchen. … Perry sagt, dass die Regierungen nicht mehr genügend Druck von ihren Bevölkerungen bekommen, weil die Bevölkerung nicht realisiere, wie groß die Gefahr sei. Es habe sich das Gefühl breitgemacht, dass die nukleare Gefahr mit dem Ende des Kalten Krieges weitgehend verschwunden sei.  Im Kalten Krieg, so Perry, habe die Bombe immerhin für eine gewisse Stabilität gesorgt. Heute sei sie nur noch gefährlich.“ (Perry ist ehemaliger US-Verteidigungsminister.)